RENUCONSULT - PROJECT ADVISOR
Engineering × Finance × Operations
PROJEKTENTWICKLUNG · DEVELOPMENT FINANCE · EPC · TECHNICAL DUE DILIGENCE · PHOTOVOLTAIK · SPEICHER
PROJECT

Wie wird aus einer Idee ein Projekt, das sich finanzieren, bauen und dauerhaft betreiben lässt? Und wie erkennt man vorher, ob ein Projekt oder ein Unternehmen hält, was es verspricht?
Renution berät Entwicklungsbanken, Unternehmen und Investoren in der technischen Projektentwicklung. Wir begleiten Projekte von der ersten Idee bis zur Umsetzung und bewerten Anlagen, Technologien und Unternehmen.
Wir bringen das Team zusammen
Kein Projekt gleicht dem anderen. Deshalb arbeiten wir nicht mit einem festen Standardteam. Für jede Aufgabe stellen wir die Fachleute zusammen, die sie braucht, und verbinden ihr Wissen zu einem Gesamtbild.
Unser Netzwerk umfasst:
Biologie: der Blick auf Systeme, in denen alles mit allem zusammenhängt
Ingenieurwissenschaften: Photovoltaik, Leistungselektronik und Speichertechnik
Projektentwicklung und EPC: Erfahrung aus Solarprojekten mit rund 1 GW Leistung, von der Entwicklung bis zum schlüsselfertigen Bau
Forschungspartner: zum Beispiel das PI Photovoltaik-Institut Berlin, mit dem wir das Tonga-Projekt gemeinsam umgesetzt haben
Wir koordinieren das Team, halten die Fäden zusammen und sind für den Auftraggeber der zentrale Ansprechpartner.
Drei Perspektiven auf dasselbe Projekt
Aus dieser Zusammensetzung ergeben sich drei Perspektiven:
die der Bank, die das Projekt finanziert
die des EPC-Unternehmens, das es bauen muss
die des Investors, der wissen will, was er kauft
Biologie + Ingenieurwissenschaften ·
10 Jahre EPC-Erfahrung · ~1 GW Solarprojekte · Forschungspartner PI Berlin
QUESTION . Was wollen unsere Auftraggeber wissen?
Die Fragen sind je nach Auftraggeber verschieden, laufen aber auf dasselbe hinaus:
Entwicklungsbanken und Versorger: Welche Lösung erreicht mit einem festen Budget die meisten Ziele?
Unternehmen: Ist das Projekt technisch machbar, wirtschaftlich und baubar?
Investoren und Käufer: Funktioniert die Anlage oder das Unternehmen so, wie es auf dem Papier steht?
Fallbeispiel Tonga: Im Outer Island Renewable Energy Project (OIREP) sollten Tongas äußere Inseln mit einem Budget von rund 6,8 Mio. US$ auf erneuerbare Energie umgestellt werden. Das Geld kam von der Asian Development Bank (ADB), Australien und Tonga selbst.

Gemeinsam mit dem PI Photovoltaik-Institut Berlin hat Renution den staatlichen Versorger Tonga Power dabei begleitet, von der Feldaufnahme über die Konzeption bis zur internationalen Ausschreibung.
OBSERVATION . Was beobachten wir immer wieder?
Projekte scheitern selten an den eingesetzten Sachmitteln. Sie scheitern an Annahmen, die niemand geprüft hat, an Schnittstellen zwischen Gewerken, an fehlender Dokumentation und vor allem am Betrieb. Aus der EPC-Praxis wissen wir: Viele Entscheidungen, die in der Entwicklung fallen, bestimmen später die Kosten auf der Baustelle.
Deshalb beginnen wir vor Ort, nicht am Schreibtisch.
Fallbeispiel Tonga: In fünf Wochen hat das Team neun Inseln besucht, per Charterflug und Boot. Dabei zeigten sich drei völlig verschiedene Welten: professionell betriebene Versorgernetze, Dorf-Mininetze mit 6 bis 8 Stunden Diesel am Tag und Inseln ganz ohne Netz. Die Wünsche der Menschen waren konkret: durchgehende Kühlung für Fisch und Medikamente, Licht für Handarbeit, Waschmaschinen. Auf Vava'u lief ein bestehendes Speichersystem nicht, weil Dokumentation und Schulung fehlten. Auf Niuafo'ou waren bei 7 von 10 untersuchten Solar-Home-Systemen die Laderegler überbrückt.
DATA . Was lässt sich messen?
Gute Entscheidungen brauchen gute Daten, und genau die fehlen oft dort, wo Projekte am schwierigsten sind. Auf abgelegenen Inseln, in schwachen Netzen oder bei Bestandsanlagen ohne Dokumentation gibt es häufig nur Schätzungen, alte Logbücher oder gar nichts.
Deshalb führen wir Daten aus mehreren Quellen zusammen und sagen dazu, wie belastbar sie sind. Eine Zahl ohne Angabe ihrer Unsicherheit ist für eine Investitionsentscheidung wenig wert.
Fallbeispiel Tonga: Die Einstrahlung wurde aus gewichteten Quellen berechnet und lag bei rund 1.770 bis 1.800 kWh/m² pro Jahr, mit einer Konfidenz von rund 91 %. Die Lastdaten stammten zum Teil aus handschriftlichen Logbüchern. Hier lag die Konfidenz nur bei rund 75 %. Die schwächste Datenquelle bestimmt, wie sicher die ganze Auslegung ist.
RENUQUBE . Messen, wo es keine Daten gibt
Wo Daten fehlen, erheben wir sie selbst. Dafür haben wir den RENUQUBE entwickelt, einen modularen IoT-Würfel für die Datenaufnahme vor Ort.
In einem stapelbaren Gehäuse vereint er Sensorik, Aktorik, Stromversorgung und Software. Die Grundausstattung umfasst GPS, einen Beschleunigungssensor und einen Temperatursensor. Über einen eigenen Stack-Bus lassen sich weitere Module ohne Löten aufstecken, zum Beispiel für Mobilfunk, CAN, Klimasensorik oder Energiemessung. Das Energiemodul erfasst Strom, Spannung und Frequenz und zeichnet damit Lastprofile und die Netzqualität auf. So passt sich der Würfel an die jeweilige Aufgabe an, von der Maschine in der Industrie bis zur Messstation in einem Inselnetz.
Die Daten werden an einen Server übertragen, per WLAN oder mit Mobilfunkmodul auch dort, wo es kein WLAN gibt. Auf dem Server werden sie gespeichert und ausgewertet.
Wir unterstützen beim Einsatz, werten die Daten aus und leiten daraus konkrete Handlungsempfehlungen ab. Das ist derselbe systemische Ansatz wie in der Beratung.
Die Idee geht auf die BSF-Box (RENUBOX Hermetia) zurück, die Experimentierumgebung für die Schwarze Soldatenfliege. Dort wurde zum ersten Mal ein biologisches System mit Sensoren, Regelung und Datenübertragung technisch zugänglich gemacht. Der RENUQUBE überträgt dieses Prinzip auf Maschinen, Anlagen und Standorte.
Zurück nach Tonga: Die größte Unsicherheit der damaligen Planung lag bei den Lastdaten. Mit dem RENUQUBE würden wir heute vor jeder Auslegung eine Messkampagne durchführen. Dabei erfassen wir über Wochen die tatsächlichen Lastprofile, Spannungs- und Frequenzschwankungen und die Temperatur in Batterie- und Technikräumen, auf jeder Insel und mit Übertragung per Mobilfunk. Aus einer Schätzung mit 75 % Konfidenz wird so eine Messung.
DATA AVAILABILITY . LIMITED DATA
Projektdokumentationen und Messkampagnen enthalten umfangreiche Feldaufnahmen, Messreihen, Simulationen und Kostenmodelle.
HYPOTHESIS . Was ist unser Ansatz?
Ein Projekt funktioniert nur, wenn Technik, Finanzierung und Betrieb als ein System geplant werden. Wer nur Komponenten optimiert, verschiebt das Problem an eine andere Stelle.
Fallbeispiel Tonga: Die Obergrenze für Solarstrom setzte nicht die Sonne, sondern das Netz. Einfache Einspeisung schafft etwa 20 bis 30 %. Darüber braucht man Speicher und ab 50 % netzbildende Wechselrichter, damit die Diesel zeitweise ganz abschalten können. Denn die Sonne liefert mittags, der größte Bedarf liegt am Abend.
EXPERIMENT . Wie gehen wir vor?
Unsere Beratung folgt dem Lebenszyklus eines Projekts:
Messung und Feldaufnahme → Konzept und Simulation → Wirtschaftlichkeit → Ausschreibung → EPC-Umsetzung → Betrieb und Bewertung
Wir steigen dort ein, wo der Auftraggeber uns braucht, und denken die übrigen Phasen immer mit.
Fallbeispiel Tonga: Statt einer Standardlösung entstanden drei verschiedene Konzepte, die jeweils stündlich simuliert wurden:
'Eua: 200 kWp ohne Speicher. Solarspitzen werden abgeregelt, damit genug Dieselreserve bleibt.
Lifuka: 550 kWp PV, rund 660 kWh Speicher und netzbildende Wechselrichter. Ziel war der erste Nachweis von über 50 % Solarstrom in einem Versorgernetz.
Vava'u: kein Zubau, sondern Instandsetzung, Dokumentation und Schulung. Erst sollte funktionieren, was schon steht.
Die Komponenten sollten auf allen Inseln gleich sein, damit Schulung und Ersatzteile einfacher werden. Die Batterietechnologie blieb bewusst offen und wurde nach Lebensdauer, Transport, Umweltrisiko und Wartung bewertet, nicht nur nach dem Preis. Die Ergebnisse flossen in die internationale Ausschreibung.
RESULT . Was kommt heraus?
Am Ende steht eine belastbare Entscheidungsgrundlage: ein Konzept, das finanzierbar ist, eine Ausschreibung, die vergleichbare Angebote liefert, ein Projekt, das baubar ist, oder eine ehrliche Bewertung dessen, was bereits existiert.
Fallbeispiel Tonga: Die Konzeptphase ergab rund 1,3 MWp Solarleistung auf acht Inseln und rund 478.000 Liter weniger Diesel pro Jahr, also etwa 470.000 US$ pro Jahr. Mehr als 26.000 Menschen profitieren direkt. Auf Lifuka lag der simulierte Solaranteil bei rund 52 %. Solarstrom kostete dabei 0,09 bis 0,13 US$ pro kWh, Dieselstrom 0,38 bis 0,57 US$.
APPLICATION . Was bieten wir an?
1 · Beratung für EntwicklungsbankenWir bereiten Energieprojekte so vor, dass sie finanzierbar, ausschreibungsfähig und im Betrieb tragfähig sind. Das umfasst Feldaufnahme, Machbarkeitsstudien, Systemauslegung und Ausschreibungsunterlagen nach den Regeln der Geldgeber. Unser Team arbeitet unter anderem als Berater für die Asian Development Bank.
2 · Technische Projektentwicklung für UnternehmenWir entwickeln Projekte mit PV, Speicher sowie Hybrid- und Inselnetzen, von der Standortanalyse bis zur EPC-Umsetzung. Mit der Erfahrung aus rund 1 GW betreuter Projekte planen wir von Anfang an baubar.
3 · Technical Due DiligenceFür Investoren, Käufer und Finanzierer prüfen wir, ob Anlagen und Unternehmen halten, was ihre Unterlagen versprechen. Wir bewerten den Zustand von Bestandsanlagen, die Plausibilität von Annahmen, Datenqualität, Dokumentation und Betriebskonzept.
4 · Messkampagnen mit dem RENUQUBEWo Daten fehlen, messen wir: Lastprofile, Netzqualität, Klima oder Maschinenereignisse. Wir liefern nicht nur die Messwerte, sondern auch die Auswertung und konkrete Empfehlungen.
KNOWLEDGE . Was haben wir gelernt?
Eine Anlage zu bauen ist selten die eigentliche Herausforderung. Schwierig ist, dass sie über Jahre funktioniert und dass Menschen vor Ort sie betreiben können.
Dafür muss man Anforderungen aus einer Welt in eine andere übersetzen: aus den Bedürfnissen der Menschen, den Regeln der Geldgeber und den Zwängen der Baustelle in technische Parameter.
Fallbeispiel Tonga:
Aus:
Fisch muss gekühlt werden · Wäsche · Licht für Handarbeit · Tarife, die niemand verstehtwurden:
24-Stunden-Versorgung · Speicherkapazität · netzbildende Wechselrichter ·
Standardkomponenten · Schulung · klare Zuständigkeiten
Dass diese Übersetzung gelingt, liegt an der Zusammensetzung des Teams. Die Biologie schaut auf Systeme, in denen alles mit allem zusammenhängt. Die Ingenieurwissenschaften fragen, wie man daraus Sollwerte, Regelkreise und belastbare Zahlen macht. Dieselbe Denkweise steckt in RENUTION.
Für die Technical Due Diligence heißt das: Der Wert einer Anlage hängt davon ab, ob sie läuft und ob jemand sie betreiben kann.
TRANSFER . Wo setzen wir dieses Wissen ein?
Development Finance: Energieprojekte für die ADB und andere Geldgeber auf Inseln und in abgelegenen Regionen
Industrie und Gewerbe: Solar- und Speicherprojekte, Microgrids und Off-Grid-Versorgung für Produktion, Landwirtschaft und Minen
Investoren: Technical Due Diligence von Anlagen, Portfolios und Unternehmen
Maschinen und Anlagen: Ereigniserkennung und Zustandsüberwachung mit dem RENUQUBE
Autarke Anlagen: zum Beispiel Solaranlagen auf abgelegenen Inseln in Tonga
Probleme halten sich nicht an Fachgebiete. Deshalb tun es Lösungen auch nicht.
Vielleicht beginnt das nächste Problem mit einer Frage.
Nicht jedes Problem ist bereits vollständig beschrieben. Und nicht für jedes existiert schon eine offensichtliche Lösung.
Wenn Sie vor einer technischen oder systemischen Fragestellung stehen, bei der genau das der Fall ist, kann sie ein interessanter Ausgangspunkt sein.



